Bonn – Aftershowblues zu Kopenhagen?!
Die schlimmsten Befürchtungen sind wahr geworden, die Pessimisten haben recht behalten - Bonn II war weder ein Durchbruch, noch ein Durchlauferhitzer zu einem solchen… Allen Hoffnungen zum Trotz. Das lag nicht an schlechten Rahmenbedingungen, es lag nicht an der Blockade durch Kleinstaaten oder Schwellenländer, es lag, wie so oft, an den alten Industriestaaten, die sich weigern ihrer Verantwortung für den Klimawandel nachzukommen und sich endlich zu wirkungsvollen Emissionsreduktionen durchzuringen. Allen voran die USA, Kanada und Australien, die jeden noch so kleinen Schritt in Richtung Klimaschutz torpedierten, aber auch die EU und Japan, die nicht bereit waren ihrer oft betonten Vorreiterrolle in Sachen Klimaschutz auch mit Taten gerecht zu werden. So wurde selbst das mit viel Elan von Bolivien und anderen Staaten des Südens vorgeschlagene Cochabamba-Protokoll schnell abgeblockt und dadurch ein möglicher Weg zu Klimaschutz und Klimagerechtigkeit versperrt.
Gern hätten die Politiker der Industriestaaten ihre klägliche Courage und die Ergebnislosigkeit von Bonn unter den Tisch fallen lassen. Das wäre ihnen auch fast gelungen – schaute doch die ganze Welt auf den Golf von Mexiko und die unvergleichliche Katastrophe, die sich dort nach wie vor abspielt… Doch ein bunter und von einem breiten Bündnis getragener Protest sollte ihnen einen Strich durch die Rechnung machen – große Umweltorganisationen und lokale Bürgerinitiativen, Parteien und Linksautonome, deutsche und internationale Aktivisten protestierten mit vielen kleinen und großen, immer kreativen, Aktionen gegen die Feigheit der Politiker und für einen gerechten Klimaschutz. Mitten unter ihnen auch die BUNDjugend gemeinsam mit unseren internationalen Freunden von Young Friends of the Earth Europe.
Viel gäbe es zu berichten, von netten Leuten, interessanten Diskussionen, einem toll organisiertem Klimacamp – vor allem aber davon, wie viel (kreative) Energie Menschen mit völlig unterschiedlichen Weltanschauungen entwickeln, wenn es um gemeinsame Arbeit für ein gemeinsames Ziel geht. Und hier liegt die Hoffnung von Bonn: Auch wenn die Politiker an ihren unterschiedlichen Interessen scheitern, die Menschen dieser Welt haben die Fähigkeit den Klimawandel aufzuhalten, nicht obwohl, sondern gerade weil sie so unterschiedliche Ansätze haben.
Hier sind ein paar Links zu Bildern und Videos von den Protesten aus Bonn, wer noch etwas Interessantes hat kann gerne jederzeit einen Link an lennart
jansen
bundjugend
de schicken, ich füge ihn gern noch ein.



