Durban ‘n’ Brussels
1992 wurde auf dem Umweltgipfel in Rio de Janeiro der Startschuss für einen mittlerweile ewig anmutenden Reigen gegeben: Die Rede ist von den UN-Klimaverhandlungen, die in diesem Jahr in die 17. Runde gingen.
Vom 28. bis zum 9. Dezember sollte der COP 17 im südafrikanischen Durban ursprünglich stattfinden, doch im Ringen um einen aussagekräftigen und richtungsweisenden Beschluss wurde gar zwei Tage länger verhandelt. Serviert wurde letztendlich jedoch gewohnt laue Kost.
Spätestens seit dem COP 15-Treffen in Kopenhagen 2009, scheinen viele die Hoffnung verloren zu haben, dass von den alljährlichen Konferenzen ernsthafte Impulse im Kampf gegen den Klimawandel ausgehen könnten. Damals sperrten sich Staaten wie die USA und China erfolgreich gegen ambitionierte Beschlüsse – massiven medialen Drucks zum Trotz.
Angesichts der Tatsache, dass der jüngste Gipfel in Durban anfänglich in der Presse nahezu keinen Widerhall fand und deshalb denkbar wenig Druck auf den Schultern der Akteure lastete, mögen manche die diesjährigen Ergebnisse also vielleicht gar positiv überraschen.
Doch was wurde denn nun beschlossen?
Zentraler Punkt des Kompromisses ist die Einigung auf die Erstellung eines Kyoto-Nachfolge-Abkommens bis spätestens 2015, welches dann fünf Jahre darauf – das heißt im Jahre 2020 – in Kraft treten soll. “Aus Sicht der Jugend ist dies völlig ungenügend”, konstatiert die Bundesjugendleitung der BUNDjugend in ihrem Stellungnahme vom 14.12.2011. “Wie ein neues Klimaabkommen aussehen wird bleibt unklar, wann und ob es rechtsverbindlich in Kraft treten kann auch.”
Die Bundesjugendleitung fährt fort: “China und die USA als Hauptemittenten ist Boot zu holen, war ein wichtiger, notwendiger Schritt, um weitere Austritte aus dem Kyoto-Protokoll wie das von Kanada zu verhindern. Auch Willen der Anwesenden, Grundsteine für ein neues Abkommen zu legen, das eines Tages verbindliche und messbare Ergebnisse produzieren soll, ist lobenswert. Er kommt jedoch zu spät. Mit den jetzigen Bemühungen und dem verabredeten Zeitplan lässt sich die Erderwärmung nicht auf + 2°C begrenzen, stattdessen deutet sich eine Erderwärmung von 4°C an.”
Auch die Rolle der europäischen Union während der Verhandlungen wird eher kritisch gesehen. “Europa war nicht bereit, ihre eigenen Treibhausgase bis 2020 um 30 oder 40 statt nur um 20 Prozent zu verringern. Von anderen Staaten – gerade auch von Entwicklungsländern – fordert die EU jedoch massive Klimaschutzbemühungen. Statt selbst mit ambitionierten Zielen voran zu gehen, scheint Europa vor allem auf wirtschaftliche Vorteile, zum Beispiel aus dem Emissionshandel, zu spekulieren”, bemängelt die Bundesjugendleitung und schließt mit einem Appell an die jungendliche Generation: “Die Jugend von heute muss die Versäumnisse der internationalen Politik ausbaden. Deswegen müssen sich junge Menschen international vernetzen, sich solidarisieren und gemeinsam ambitionierte Forderungen zu stellen!”
Dass dies bereits in großem Umfang getan wird, ist natürlich längst kein Geheimnis mehr. Parallel zum COP 17 fand beispielsweise der Jugendgipfel “Durban in Brussels” statt, welcher vom internationalen Netzwerk “Young Friends Of The Earth”. Klimagerechtigkeit war das Hauptthema der Konferenz. Als einziges deutsches Mitglied von “Young FoE” war natürlich auch die BUNDjugend mit gleich mehreren Teilnehmern in Brüssel vertreten.
Was dort geschah, kann wohl kaum jemand besser schildern als sie selbst, deshalb empfielt sich die Lektüre ihrer Blogeinträge. Außerdem findet man weitere Informationen und Bilder auf www.durban-in-brussels.org!


