BUNDjugend Bundesverband - Jugend im BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland

Entideologisierung unserer Zukunft?

Kaffeekränzchen im Umweltministerium

Was macht ein Umweltminister an einem Freitagabend? In der letzten Woche hat er sich jedenfalls mit Jugendlichen aus den Verbänden des Jugendbündnis Zukunftsenergie und verbandsfreien Vertretern getroffen. Auch die BUNDjugend war vertreten. Ziel des Treffen war es, zentrale Themen aus dem Klima- und Energiebereich anzusprechen, zu versuchen, regelmäßige Treffen mit Röttgen zu planen und herauszufinden, wer er eigentlich ist, dieser „neue“ Umweltminister der nicht stark in der Öffentlichkeit steht und dessen Aussagen viel Interpretationsspielraum lassen. Wir wollten wissen: Was meint er wirklich?

Er sprach von Marktanreizen, wirtschaftlicher Attraktivität von erneuerbaren Energien und der Notwendigkeit, Klima- und Energiedebatten, aber vor allem auch die Frage um Atomkraft zu „entideologisieren“. Andererseits liegt seiner Umweltpolitik der biblische Grundsatz der „Bewahrung der Schöpfung“ zu Grunde. Nach seinen ersten Statements war klar: Ein CDU-Politiker wie er im Buche steht. Interessant war, was zwischen den Zeilen herausklang: Laufzeitverlängerung? Na ja… lieber so wenig möglich und keine Entscheidung ohne Bundesrat. Mittelkürzungen im Marktanreizprogramm? – Absolut das falsche Ende zum Sparen. In vielen Punkten hatte es also den Anschein, er blicke in die gleiche Richtung wie wir. Verdächtig oft fiel der Ausdruck „…darüber brauchen wir uns nicht zu streiten…“ Aber Vorsicht! Klimaschutz ist hier überhaupt nur ein Thema, so lange keine wirtschaftlichen Nachteile davon zu erwarten sind.

Was nehmen wir mit? Das Versprechen auf ein bis zwei regelmäßige Treffen pro Jahr, die Aufforderung, ihn mit unserem Druck zu unterstützen und Ideen mit ihm auszutauschen, aber auch das Wissen darum, dass Träumen allein nicht ausreicht, wir uns immer wieder als ernstzunehmende Gesprächspartner positionieren und – nicht zuletzt – den Mut aufbringen müssen, uns  anzulegen, unbequem zu sein, Forderungen zu stellen, die einer anderen Realität als der wirtschaftlichen und politischen entsprechen…