BUNDjugend Bundesverband - Jugend im BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland

“Viele Entwicklungen im Agrarbereich halte ich für sehr fragwürdig, oft allerdings gar für fraglos falsch”

Mit Hille aus der BuJuLei reden wir in einem kurzen Interview für die Jugendseite des Magazins  “Schrot & Korn” (Ausgabe 1/2012) über die Macht jedes einzelnen Konsumenten, ihre Vision einer nachhaltigen Ernährung und darüber, wie sie den Umgang der BUNDjugend mit dem Thema wahrnimmt.

Warum ist nachhaltige Ernährung derzeit ein so wichtiges Thema?

Weil jeder einzelne von uns durch die Art und Weise sich zu ernähren, die Chance hat, die Welt ein Stückchen besser zu machen. Selbstverständlich gibt es darüber hinaus noch viele Möglichkeiten sich tiefergehend zu engagieren, aber bereits mit einer bedachten Wahl vor dem Einkaufsregal kann man Einfluss auf den Markt und die Politik nehmen.
Angesichts teilweise unhaltbarer Zustände in allen Bereichen der Lebensmittelproduktion, ist diese Form der aktiven Mitbestimmung bitter nötig geworden.

In welche Richtung soll das führen?

Vermehrter Einsatz von Gentechnik, Massentierhaltung, fortschreitende Industrialisierung – Viele der aktuellen Entwicklungen im Agrarbereich halte ich für sehr fragwürdig, oft allerdings gar für fraglos falsch.
Es muss also eine schnelle Kehrtwende hin zu einer zukunftsweisenden, nachhaltigen Ernährung vollzogen werden. Meiner Meinung nach reicht es schon drei schlichte Grundsätze zu beherzigen: Wir sollten uns regional, saisonal und nach Möglichkeit vegetarisch ernähren.
Ich sehe auch die EU in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass ökologische und nachhaltig produzierte Lebensmittel zum Standard werden. Außerdem muss gegen die sich abzeichnende Zentralisierung der Landwirtschaft vorgegangen werden. Sie führt dazu, dass die Verbraucher den Bezug zu Lebensmitteln, die sie tagtäglich verspeisen, immer mehr verlieren. Dadurch wird ein Großteil der bereits genannten Probleme erst hervorgerufen.

Was tut die BUNDjugend?

Ich finde, die BUNDjugend geht sehr souverän und konsequent mit dem Thema Ernährung um. Zum Beispiel sind sämtliche unserer Veranstaltungen vegetarisch. Mit Projekten, wie WELTbewusst oder MORGEN LANDE, und natürlich mit dem Klimakochbuch (Kosmos Verlag 2009) gibt es schon viele Angebote der BUNDjugend zu dem Thema, aber die Grenzen sind noch nicht erreicht. Das Thema wird in Zukunft sicher eine noch zentralere Rolle in der Verbandsarbeit einnehmen.
Gerade steht ein neues Projekt in den Startlöchern: “about change – Klima leben” wird sich neben vielen anderen Aspekten eines klimafreundlichen Lebensstils auch dem Thema Ernährung widmen.