BUNDjugend  

Bundestagswahl 2017

Am 24. September wird ein neuer Bundestag gewählt und für uns ist klar: Ein „weiter wie bisher“ kommt nicht in Frage, denn es gefährdet Klima und Umwelt. Das Parlament und die neue Bundesregierung sind in der Verantwortung, Themen wie die Verkehrswende, eine nachhaltige Landwirtschaft oder den Kohleausstieg voran zu treiben und unsere Zukunft nicht länger aufs Spiel zu setzten.

Unsere Ideen für die nächste Bundesregierung

Doch wie soll diese Zukunft eigentlich aussehen? Anlässlich der Bundestagswahl haben wir unsere Visionen einer schöneren Welt in 13 Punkten gesammelt (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  1. Inlandsflüge durch schnelle Zugverbindungen ersetzten. Inlandsflüge sind absurd und nicht mit den Klimazielen vereinbar. Statt Flugreisen zu subventionieren, sollte das Streckennetz ausgebaut und Bahnreisen für alle erschwinglich werden.
  2. kostenloser ÖPNV für alle. Jede*r soll sich unabhängig vom Einkommen kostenlos, frei und klimafreundlich bewegen können.
  3. Autofreie Innenstädte. Sorgt dafür, dass klima- und umweltfreundliche Mobilität endlich Vorrang hat! Wir wollen Luft zum Atmen und Platz zum Radfahren.
  4. 100 % Erneuerbare Energie. Wirksamer Klimaschutz heißt vor allem sofortiger Kohleausstieg! Erdgas kann zudem keine vertretbare Übergangsmethode zur Stromerzeugung sein. Wir brauchen 100 Prozent Erneuerbare Energien!
  5. Massentierhaltung stoppen. Tierfabriken und Massentierhaltung sind weder moralisch noch ökologisch vertretbar. Wir fordern ein Verbot von Megaställen, einen Importstopp von Futtermitteln und ein Ende der Fleischexporte, die die Märkte im globalen Süden zerstören.
  6. Veggie-Day einführen. Die Politik muss Antworten auf die Frage finden, wie wir den Konsum tierischer Produkte reduzieren können – da kann der Veggie-Day ein Anfang sein.
  7. Wegwerfstopp für Supermärkte. Jedes Jahr werden in Deutschland bis zu 20 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Wie in Frankreich sollen Supermärkte Preisnachlässe für Unverkauftes geben und zur kostenlosen Abgabe an gemeinnützige Organisationen oder zur Tierfütterung verpflichtet werden.
  8. Für ein werbefreies Leben – Bäume statt Reklametafeln! Wir wollen den öffentlichen Raum für sinnvollere Dinge nutzen als dafür, Bedürfnisse zu erzeugen, die durch Konsum befriedigt werden sollen oder Stereotype zu zementieren.
  9. Reichtum umverteilen! Der vorhandene Reichtum muss allen zugutekommen und für einen nachhaltigen Umbau des Energiesektors, der Landwirtschaft und der Mobilität genutzt werden.
  10. Ein gutes Leben für alle. Wir fordern, Lebensstile, die nicht auf Kosten anderer gehen, zu ermöglichen und Strategien für eine wachstumsunabhängige Gesellschaft zu entwickeln.
  11. Umweltschädliche Subventionen streichen. Lebensmittel aus ökologischem Anbau dürfen nicht teurer sein, als die aus industrialisierter Massenproduktion. Nicht nur im Hinblick auf die ökologischen Folgekosten ist diese Politik ungerecht.
  12. Mehr freie Zeit, weniger Leistungsdruck. Bildung darf sich nicht an marktwirtschaftlichen Interessen ausrichten. Ehrenamtliches Engagement sollte zum zentralen Bestandteil des Bildungsweges werden.
  13. Meere schützen – Vermüllung stoppen. Wir fordern die Ausweitung der Pfandpflicht auf alle Einweg-Getränkeplastikflaschen und Coffee-to-go-Becher und das Verbot von Mikroplastik in Kosmetika und Reinigungsmitteln.

Damit sich etwas ändert, ist auch deine Stimme gefragt! Doch bei welchen Parteien und Direktkandidat*innen besteht die Chance, dass unsere Anliegen Teil des zukünftigen Regierungshandelns werden? Wer vertritt unsere Interessen und welche Partei kommt unseren Forderungen am nächsten?

Der Parteien-Check des BUND

Einen Abgleich bietet der BUND: Auf seiner Webseite hat er fünf Forderungen an die künftige Bundesregierung formuliert und die Wahlprogramme von CDU/CSU, SPD, der Partei Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen und der FDP in Bezug auf diese bewertet. Die zentralen Forderungen lauten: mehr Klimaschutz und eine andere Energiepolitik, faires Wirtschaften und die Ressourcenverschwendung stoppen, mehr Schutz vor riskanten Stoffen und Technologien, den natürlichen Lebensraum bewahren und die Richtungsänderungen hin zu einer tier- und umweltgerechten Landwirtschaft. Das Ergebnis zu den einzelnen Themen kannst du hier nachlesen.

Mach deinen eigenen Parteien-Check!

Du möchtest eigene Forderungen entwickeln und diese mit den Positionen der Bundestagskandidat*innen in deinem Wahlkreis vergleichen? Die BUNDjugend-Gruppe aus Münster hat genau das gemacht und ihren eigenen Parteien-Check entwickelt. Dazu hat die Gruppe die Bundestagskandidat*innen aus Münster befragt, wie sie zu einigen der Forderungen stehen und ihre Antworten ausgewertet.

Online-Tools: Welche Partei ist dein Match?

Ein eigener Parteien-Check ist dir zu aufwändig? Um durch das Dickicht an Themen und Standpunkten zu blicken, gibt es online eine Reihe von Tools, mit denen du deine Einstellungen mit jenen der Parteien abgleichen kannst. Zu diesen Entscheidungshilfen zählen der Wahl-O-Mat, DeinWal oder die App WahlSwiper. Der Wahl-O-Mat wurde von der Bundeszentrale für politische Bildung entwickelt und ist der Klassiker unter den Tools. Er gleicht deine Antworten mit den Wahlprogrammen von bis zu acht Parteien ab. DeinWal ist etwas komplexer. Hier werden deine Antworten mit den bisherigen Entscheidungen der Parteien abgeglichen. Es geht also nicht um Versprechungen, sondern um die bisherigen Abstimmungsergebnisse der Parteien. Neue Parteien können in diesem System nicht berücksichtigt werden. Der WahlSwiper ist die Tinder-App unter den Entscheidungshilfen: Mit einfachem Rechts-Links-swipen findest du hier dein politisches Match.

Werde aktiv und setzt dich ein!

Du möchtest in den kommenden Wochen und Tagen bis zur Bundestagswahl ein Zeichen setzten und dich für ein Thema stark machen? Dazu gibt es zahlreiche Gelegenheiten. So ruft das Bündnis „Reichtum Umverteilen – ein gerechtes Land für alle!“ für den 16. September zu einem bundesweiten Aktionstag auf. Auftakt ist am 15. September mit einer Superheld*innen Aktion vor dem Bundestag.

Weitere Aktionstage und Demos zu unterschiedlichen Themen haben wir dir hier zusammengestellt:

9.9. „Wir haben Tierfabriken satt!“-Demo gegen Wiesenhof in Königs Wusterhausen.

9.9. Dezentraler CETA-Aktionstag zur Bundestagswahl

16.9. Bundesweiter Aktionstag vom Bündnis „Reichtum umverteilen – ein gerechtes Land für alle!“

16.9. Antirassistische Parade / commUNITY-Carnival in Berlin