BUNDjugend  
Gender-Star

Neue Genderregelung der BUNDjugend – Hallo Gender-Star*!

Als Umweltverband setzen wir uns natürlich auch mit relevanten gesellschaftspolitischen Fragen auseinander und Geschlechtergerechtigkeit geht uns alle an! So wurde auf der kürzlich stattfindenden Bundesdelegiertenversammlung der BUNDjugend diskutiert, wie wir zukünftig unsere Sprache gendergerecht gestalten wollen. Nach einem Antrag aus der AG Gender wurde schon sehr bald deutlich, dass die bisherige Praxis einer geschlechtersensiblen Sprache alles andere als einheitlich im Verband abläuft und zu Verunsicherungen führt. Während die eine das große Binnen-I (TeilnehmerInnen) verwendet, benutzt der andere den so genannten Gender-Gap (Teilnehmer_innen). Wieder andere bevorzugen die neutrale Form (Teilnehmende) oder haben es noch gar nicht in die alltägliche Sprachpraxis umgesetzt.

Warum brauchen wir eine einheitliche Genderregelung? Zwischen Denkweisen und Sprachverhalten bestehen enge Wechselwirkungen. Sprache ist deshalb  nicht nur ein Kommunikationsmittel, sondern ist von unseren Weltanschauungen und Ansichten geprägt. Ebenso beeinflusst Sprache wiederum unsere Denkmuster und trägt somit zur Bildung der sozialen und psychischen Identität bei. Unsere Vorstellungen und Werte sollten sich deshalb auch in unseren sprachlichen Äußerungen wiederfinden, weshalb eine geschlechtersensible Sprache unabdingbar ist.

Doch welche der möglichen Sprachregelungen scheint hier angebracht? Die Bundesdelegiertenversammlung entschied sich für die Verwendung des Gender-Sternchens (Teilnehmer*innen).  Hiermit soll nicht nur die männliche und die weibliche Form abgebildet werden, sondern schließt auch die Menschen ein, die sich keinem der beiden Geschlechter eindeutig zuordnen können oder wollen. Das Gender-Sternchen stellt alle sozialen Geschlechter und Geschlechtsidentitäten dar, auch abseits der klassischen gesellschaftlich-hegemonialen zweigeschlechtlichen Teilung. Gerade letzteres sprach für die Überwindung der Binnen-I-Regelung. Sicherlich ist das Gender-Sternchen in vielen Kreisen noch nicht stark etabliert. Doch Sprache ist ein sich veränderndes Medium, das von uns allen jeden Tag neu belebt wird. Und die BUNDjugend möchte mit der neuen Gender-Regelung auch ein Zeichen für eine geschlechtergerechtere Gesellschaft setzen.

Trotzdem können nach Möglichkeit auch in Zukunft weiterhin neutrale Formen verwendet werden , wenn dadurch der Inhalt nicht verfälscht wird. Dies kann an einigen Stellen auch für die Lesbarkeit der Texte wichtig sein. Wen es im Detail interessiert, wie der Beschluss der Delegiertenversammlung aussieht, kann sich hier noch etwas schlauer machen.

In Zukunft soll durch die beschlossene Genderregelung eine einheitliche sprachliche  Außendarstellung in Publikationen und Berichten der BUNDjugend möglich sein. Es sollen sich alle Geschlechter oder Menschen, die sich keinem Geschlecht zuordnen wollen, beziehungsweise können, angesprochen fühlen. Also herzlich willkommen Gender-Star!