BUNDjugend  

Neustart statt Bruchlandung

Die Bundesregierung hat der Lufthansa ein Hilfspaket über 9 Milliarden Euro zugesichert. Dass die Regierung dabei weitestgehend auf ein Mitspracherecht verzichtet und keine nennenswerten Maßnahmen zum Klimaschutz zur Bedingung macht, ist ein Skandal!

Am 25. Juni treffen sich die Lufthansa-Aktionäre online zur Hauptversammlung, um darüber abzustimmen, ob sie das Hilfspaket der Regierung annehmen. Diesen Anlass wollen wir nutzen, um unseren Protest gegen die fehlenden Klimaschutzmaßnahmen auf die Straße zu tragen. Wir fordern ein Umsteuern von der Regierung und ein Umdenken in der Branche. Statt auf kurzfristige Gewinne zu zielen, muss die Luftfahrtindustrie nachhaltig umgebaut werden. Damit, dass einige wenige auf Kosten der Allgemeinheit billig fliegen, muss endlich Schluss sein!

So könnt ihr mitmachen:

Plant zusammen mit anderen bei euch vor Ort Corona-konforme Aktionen (z. B. vor Rathäusern, Parteibüros von CDU/CSU und SPD, vor der Konzern-Zentrale in Köln, dem Drehkreuz in Frankfurt oder anderen symbolträchtigen Gebäuden). Egal, ob ihr eine Aktion alleine, zu zweit oder mit mehreren plant, wir haben für euch Aktionsideen zusammengestellt, die ihr hier als pdf herunterladen könnt. Sagt bitte unbedingt Bescheid, wenn ihr mitmacht, dann können wir eure Bilder und Aktionen mit anderen Menschen teilen. Wenn ihr Unterstützung bei der Orga braucht, könnt ihr euch an Carla wenden; für Fragen rund um die Öffentlichkeitsarbeit schreibt einfach an Jenny.

Klimaziel statt Lobbydeal

Wir werden am 25. Juni in mehreren Städten darauf aufmerksam machen, dass die Bundesregierung aufs falsche Pferd gesetzt hat. Trotz des Milliarden-Pakets kündigt Lufthansa-Chef Spohr bereits jetzt den Abbau von 10.000 bis 20.000 Jobs an, gleichzeitig sollen vor allem 90 Prozent der ursprünglich geplanten Kurzstreckenflüge bis September wieder aufgenommen werden. Das zeigt – auch im Vergleich mit europäischen Nachbarländern wie Frankreich oder Österreich – welchen verhängnisvollen Fehler die Bundesregierung gemacht hat, indem sie alle Werkzeuge zur Ausgestaltung freiwillig aus der Hand gegeben hat. Dieses Fehlverhalten können wir uns angesichts der Klimakrise aber nicht leisten! Wir sind die Generation, die die Schulden aus den Konjunktur- und Rettungspaketen wird zurückzahlen müssen und gleichzeitig die fatalen Folgen der Klimakrise zu spüren bekommt. Wir wehren uns dagegen, dass mit Steuergeldern, die wir eigentlich dringend in den sozial- und ökologisch gerechten Umbau der Gesellschaft investieren müssten, Unternehmen – ohne Auflagen – gerettet werden, die unser Klima zerstören und in guten Zeiten ihre Gewinne privatisieren.

Es geht um unsere Zukunft und deshalb fordern wir:

✅Menschen unterstützen statt Konzerne retten
✅Koppelung von Rettungspaketen an ökologische und soziale Kriterien
✅Mobilität für alle
✅Einen Strukturwandel in Richtung klimagerechte Mobilität
✅Kurzstreckenflüge (unter 500km) innerhalb Europas abschaffen und Kerosin besteuern. ✅Ausgehend von einer Klimagerechtigkeitsperspektive fordern wir, Fliegen als Privileg in Schule und Gesellschaft zu diskutieren.