BUNDjugend  

Kein Raum für den Klimaprotest? Gesellschaftlichen Diskurs fördern statt verhindern!

Eine Stellungnahme der BUNDjugend

Das camp for [future] ist diesen August Teil der vielfältigen Proteste gegen die Braunkohle und für den Klimaschutz im Rheinland. Seit März bemühen wir uns, eine Fläche für das Bildungs- und Protestcamp von einer der Gemeinden rund um den Tagebau Hambach zu bekommen und haben dabei stets auf Dialog gesetzt. Jedoch ohne Erfolg. Die Städte und Gemeinden der Region erklärten unisono, dass sie keinen Platz für das Camp haben. Anfang Juli haben wir das Camp daher als Versammlung in der Gemeinde Kerpen-Buir angemeldet. Seitdem sind wir mit einem starken Gegenwind und Unterstellungen konfrontiert, die auf eine Diskreditierung des Camps und des Protestes setzen. Eine politische Debatte über die Forderungen, insbesondere der nach einem Ausstieg aus der Braunkohlenutzung, wird so gezielt verhindert.

Dies ist besonders deshalb unverständlich, da das camp for [future] von der Jugendorganisation des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V. getragen wird, die nicht ohne Grund die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe hat, gemeinnützig ist und vielfältige Projektfinanzierung auch von staatlicher Seite erhält.

Daher gehen wir davon aus, dass die Ablehnung mit dem Verweis auf mögliche Aktionsformen bewusst Unsicherheiten in der allgemeinen Bevölkerung nach dem G20-Gipfel verstärken soll, statt sich mit den legitimen Forderungen junger Menschen fachlich und politisch auseinanderzusetzen. Diese Einlassungen kritisieren wir daher als eine einer Demokratie unwürdigen Strategie.

Auch den anderen Klimacamps wurden unseres Wissens nach Steine bei der Suche nach einem geeigneten Ort in den Weg gelegt und alles getan, um den Protest gegen den Klimakiller Braunkohle zu behindern. Das bedauern wir sehr.

Als Teil der Klimaproteste im Rheinland teilen wir das Ziel eines sofortigen Kohleausstiegs und finden den Protest aber auch den Dialog vor Ort in der Region wichtig und notwendig. Die Diskussionen nach G20 dürfen nicht dazu führen, dass der friedliche Protest tausender Menschen durch die Gewalt weniger kriminalisiert wird.

Links:

Webseite camp for [future]
Stellungnahme der CDU-Buir
Offener Brief des camp for [future]
Bericht im Kölner Stadtanzeiger (15.07.17)
Bericht im Kölner Stadtanzeiger (04.07.17)