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Schweinerei: Massen“produktion“ um jeden Preis

Die deutsche Fleischindustrie jubelt: „Im ersten Halbjahr 2016 wurde in deutschen gewerblichen Schlachtbetrieben ein neuer Spitzenwert bei der Erzeugung von Fleisch erzielt. Insgesamt wurden 4,1 Millionen Tonnen Fleisch produziert.“ Doch welche Folgen hat diese Massenproduktion für Mensch, Tier und Umwelt?

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Die Zahl der Betriebe mit Tierhaltung ist in den letzten Jahrzehnten stetig geschrumpft. Gleichzeitig werden jedoch immer mehr Tiere für die Fleischproduktion gehalten. Kurz gesagt: Die Massentierhaltung nimmt zu. So leben beispielsweise in etwa 70 Prozent der Masthühnerbetriebe mehr als 50 000 Tiere. Diese Tierhaltung ist weder art- noch verhaltensgerecht – sie unterliegt rein wirtschaftlichen Interessen: In kurzer Zeit sollen so viel Fleisch, Eier oder Milch wie möglich produziert und gleichzeitig der größtmögliche Gewinn erzielt werden.

Als Folge der verheerenden Haltungsbedingungen müssen viele Tiere mit Medikamenten behandelt werden, um überhaupt bis zur Schlachtbank zu überleben. Das bleibt auch für den Menschen nicht ohne Risiken. Am problematischsten ist dabei der massenhafte Einsatz von Antibiotika.

Damit die Tiere in der Massentierhaltung schnell an Gewicht zulegen, bekommen sie “Kraftfutter”. Das ist meistens aus Importfuttermittel wie Soja, das inzwischen zu 80% genmanipuliert ist. Für die steigende Nachfrage nach Futtersoja werden in Entwicklungsländern große Regenwaldgebiete abgeholzt und Menschen vertrieben.

Aber nicht nur andernorts bedroht die industrielle landwirtschaft die Umwelt: Überdüngung, Verschmutzung des Grundwassers und klimaschädliche Gase – die industrielle Landwirtschaft belastet Böden, Gewässer und gefährdet viele Tier- und Pflanzenarten.

Exportierter Hunger

Laut UN werden drei Viertel aller agrarischen Nutzflächen in irgendeiner Weise für die Tierfütterung beansprucht: Flächen, die effizienter für den Anbau von Nahrungsmitteln für den Menschen genutzt werden könnten. Zudem „kaufen“ reiche Länder im großen Stil Anbauflächen im Ausland ein. Allein die europäische Fleischproduktion benötigt pro Jahr im Durchschnitt 13 Millionen Hektar südamerikanische Anbauflächen für Futtermittel.

Zwischen 2000 und 2010 ist der Fleischexport um fast 250% gestiegen. Deutschland exportiert mittlerweile über 4 Mio. t Fleisch. Die Überproduktion und der massive Export werden durch EU-Agrarsubventionen ermöglicht. Wir zahlen also indirekt mit unseren Steuergeldern dafür, dass kleinbäuerliche Strukturen und Existenzen in Ländern des globalen Südens zerstört, Tiere gequält, unsere Gesundheit gefährdet und die Umwelt verschmutzt werden.

Schwein gehabt?!?

Was du tun kannst

Die Lösung kann nicht nur im persönlichen „Verzicht“ liegen. Eine tier- und klimafreundlichen Ernährung ist schonmal ein guter Anfang, aber an Dumping-Exporten und ungerechten (Frei)handelsverträgen wird sie nichts ändern. Deswegen protestiere mit uns und komm zur nächsten „Wir haben es satt“-Demonstration nach Berlin!

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