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Projekt

Mit Suffizienz zum guten Leben – für alle!

Unser Lebensstil belastet Umwelt und Menschen hier und andernorts - So gehts nicht weiter. Wir wollen ein gutes Leben für alle!

Suffizienz – Eine Einführung

Die Voraussetzung für ein gutes Leben ist der Schutz unserer natürlichen Grundlagen. Damit ein gutes Leben für alle, jetzt und in Zukunft möglich ist, müssen wir unseren Ressourcenverbrauch und den Ausstoß von CO2 radikal senken. Rein Technik-basierte Lösungsansätze, wie Elektro-Autos oder sparsame Kühlschränke, greifen hier zu kurz. Um uns den ökologischen Herausforderungen zu stellen, sind grundlegende Veränderungen unserer Konsum- und Verhaltensweisen mindestens ebenso wichtig. Dies wird als Suffizienz bezeichnet.
Im lateinischen bedeutet „sufficere“ so viel wie „ausreichen“ oder „genug sein“. Es geht also darum zu fragen: „Was brauche ich wirklich?“ und „Wie viel ist genug?“.

„Suffizienz“: Schon mal gehört?

Suffizienz strebt den geringeren Verbrauch von Ressourcen und damit den Schutz von Klima und Umwelt an. Das passiert durch eine verringerte Nachfrage nach ressourcenintensiven Gütern und Dienstleistungen und durch eine entsprechende Veränderung der Wirtschaftsweise.

Steigert ein noch größerer Flachbildschirm tatsächlich meine Lebensqualität? Macht mich der Shopping-Trip mit dem Flieger nach Paris wirklich zu einem glücklicheren Menschen?
Für manche Menschen klingt das vielleicht zunächst nach Verzicht und Einschränkung. Doch anstatt immer „noch mehr“, „noch weiter“, „noch schneller“ bedeutet Suffizienz einen Perspektivwechsel und ein neues Verständnis von Wohlstand und gutem Leben! Wie wäre mein Leben, wenn ich weniger arbeiten würde und dafür mehr Zeit für Freund*innen, Hobbies und zum Schrauben am Fahrrad hätte?

Es geht auch um ein kreatives „Andersmachen“ in unserer Gesellschaft, zum Beispiel darum, neue Formen des Miteinanders, des Konsumierens und des Produzierens auszuprobieren.

Unsere neue Broschüre zum Thema:
Jetzt reicht´s! Mit Suffizienz zum guten Leben für alle

Wie schaffen wir es, unsere Lebensgrundlagen auf diesem Planeten zu erhalten? Warum reicht es nicht, auf technischen Fortschritt zu setzen? Und welche Rahmenbedingungen und Infrastrukturen muss die Politik schaffen, damit wir ein „ein gutes Leben für alle“ statt „ein besseres Leben für wenige“ erreichen können?

So sieht suffiziente Politik aus:

Ein öko-korrektes Leben klingt auf dem Papier super, ist im Alltag aber oftmals echt schwer.

  • Umweltfreundlich reisen? Klar! Aber wenn der Flieger nur einen Bruchteil vom Zug kostet …
  • Bewusste Ernährung? Super! Aber in der Mensa gibt´s kaum veganes Angebote …
  • Weniger Müll? Yeah! Aber im Supermarkt ist alles einzeln in Plastik verpackt …

Wenn du schon einmal versucht hast, deinen eigenen Lebensstil zu verändern, hast du sicher gemerkt, dass du dabei schnell an Grenzen und Hindernisse stößt. Doch eine suffiziente Lebensweise ist nicht allein deine individuelle Verantwortung!
Damit Suffizienz kein bloßes Nischendasein fristen, ist die Politik gefragt: Sie muss politische Rahmenbedingungen setzen, die Anreize schaffen, weniger Ressourcen zu verbrauchen und es allen Menschen ermöglichen, nicht länger auf Kosten anderer zu leben. Das ist gemeint, wenn von Suffizienzpolitik die Rede ist.

Aktiv werden für ein gutes Leben für alle!

Das gute Leben für alle kommt nicht von alleine und es ist noch ein weiter Weg bis dahin. Umso wichtiger ist es, schon heute damit zu beginnen. Also: Ärmel hochkrempeln und loslegen!
Hier findest Du Ideen und Anregungen, wie du politisch Druck ausüben kannst, damit sich was bewegt und ein gutes Leben für alle möglich werden kann.

Mobil ohne Auto
Protestiere mit uns für eine Verkehrswende! In vielen Orten und Städten gibt es zum Beispiel „Critical Mass“-Demonstrationen, bei denen Radfahrer*innen gemeinsam durch die Innenstädte fahren und dabei auf ihre Belange und Rechte gegenüber dem Autoverkehr aufmerksam machen.

Murks? Nein Danke!
Eine Kultur des Reparierens und Nutzen-statt-Besitzens braucht entsprechende Infrastrukturen. Setze dich in deinem Ort für den Erhalt offener Bibliotheken, öffentliche Ausleihstationen für Werkzeuge und die Förderung von lokalen Repair-Cafés ein.

Digital, aber richtig!
Mit kreativen Aktionen kannst du dich für konsequenten Datenschutz und eine Einschränkung von Werbung im Internet einsetzen. Zum Beispiel kannst du gemeinsam mit netzpolitischen Initiativen eine Crypto-Party organisieren – das sind spaßige und praktische Info-Veranstaltungen zu IT-Sicherheit und Datensouveränität.


Werbung? Och nö!
Orte wie Grenoble (Frankreich) machen es vor: eine Stadt ohne Werbeflächen im öffentlichen Raum ist eine lebenswerte Stadt. Die Gruppe “Berlin Werbefrei” fordert das auch für Berlin. Setz auch du dich in deiner Stadt, deiner Schule oder deiner Uni für Werbefreiheit ein!



Zum Klicken, Gucken, Weiterlesen

  • BUNDjugend Broschüre: Eine Einführung in Suffizienz
  • Das I.L.A. Kollektiv hat die beiden spannenden Bücher „Auf Kosten anderer? Wie die imperiale Lebensweise das gute Leben für alle verhindert“ und „Das gute Leben für alle! Wege in die solidarische Lebensweise“ veröffentlicht.
  • Bei Michael Kopatz heißt Suffizienzpolitik „Ökoroutine“. Sein Buch ist sehr lesenswert und für eilige gibt es hier eine tolle Zusammenfassung in einem Videovortrag.
  • Angelika Zahrnt, Ehrenvorsitzende des BUND, hat zusammen mit Uwe Schneidewind das Buch „Damit gutes Leben einfacher wird. Perspektiven einer Suffizienzpolitik“ verfasst. Passend dazu gibt es die „Landkarte der Suffizienz“.
  • Infos rund um die Themen Postwachstum und Degrowth findet ihr hier: www.postwachstum.de www.degrowth.info
  • Die BUNDjugend Brandenburg beschäftigt sich 2019 schwerpunktmäßig mit den Themen Gutes Leben und Suffizienz. Was dabei an Ideen entsteht, könnt ihr auf dem Blog nachlesen.
  • Interview mit unseren Mitarbeiter*innen Carla und Robin auf Kaufnix.net