BUNDjugend  
Flüchtlinge willkommen

Flucht & Migration

Weltweit sind laut UN etwas mehr 65 Millionen Menschen auf der Flucht, so viele wie noch nie zuvor. 40,3 Millionen davon sind Binnenflüchtlinge – Menschen, die in ihrem eigenen Land Zuflucht suchen. Zusätzlich zu ihrem materiellen Besitz verlieren sie auch ihre Heimat und leiden von da an unter einem kontinuierlichen Gefühl der Entwurzelung. Noch Jahrzehnte nach der Flucht sind viele von ihnen hin- und hergerissen zwischen Bleiben oder Gehen.

Fluchtursachen

Eine Zahl von 65 Millionen ist nur schwer zu begreifen, man kann sich aber vorstellen, dass das etwa so viele Menschen sind wie Großbritannien Einwohner*innen hat. Doch warum macht sich quasi ganz Großbritannien auf einen sehr langen, beschwerlichen und extrem lebensgefährlichen Weg? Kommen die Menschen wirklich, weil Krieg herrscht oder sie in ihrer Heimat keine Perspektive haben oder gibt es auch noch andere Gründe?

Krieg ist in der Tat Nummer 1 der Fluchtursachen weltweit. Gefolgt von politischer, ethnischer oder religiöser Verfolgung und Diskreminierung. Weitere häufige Fluchtursachen sind Armut, Terror, Gewalt, schlechte Arbeitsbedingungen, Perspektivlosigkeit, und zerstörte Lebensgrundlagen.

Fakt ist, dass die Politik des globalen Nordens (insbesondere auch Deutschlands) und unser  ressourcenaufwendiger Lebensstil zu großen Teilen mitverantwortlich für Flucht und Migration sind:

  • Die Folgen des Klimawandels wie Dürren und Flutkatastrophen zerstören die Lebensgrundlagen in vielen ärmeren Ländern
  • ungerechte Wirtschafts- und Handelsbeziehungen machen eine gleichberechtige wirtschaftliche Teilhabe unmöglich. Die heimischen Arbeiter werden unter prekären Arbeitsbedingungen beschäftigt und leben in schwerer Armut, da die Bezahlung unfassbar niedrig ist
  • EU-Subventionen für den Agrarexport zerstören lokale Märkte in Ländern des globalen Südens. So wird den lokalen Fischer*innen wird ihre Einkommensquelle entzogen, und die Praxis des Landraubs durch europäische Firmen vertreibt viele Menschen aus ihrer Heimat.
  • Dazu gehört auch der massive Abbau von Rohstoffen für den europäischen Markt, der die wirtschaftlichen Kreisläufe sowie die Umwelt angreift. Die riesigen Flächen,  auf denen der Abbau stattfindet sind logischerweise komplett unbewohnbar, d.h. die Menschen dort werden vertrieben.

Die Forderungen der BUNDjugend gegenüber Flüchtlings- und Umweltpolitik findest du in unserer Position „Klima kennt keine Grenzen“ sowie in unserem Initiativantrag „Kurswechsel Flüchtlingspolitik„.

Was du tun kannst

Die BUNDjugend und der BUND bieten in einigen Bundesländern Projekte mit jungen Geflüchteten an. In Nordrhein-Westfalen z.B. gibt es Stadtrundgänge für Vielfalt und gegen Rassismus. Diese Global Home Tour zeigt, wie das Leben in Deiner Stadt mit Flucht und Migration weltweit verbunden ist. Es werden auch Fortbildungen angeboten, in denen geflüchtete und nicht-geflüchteter junge Menschen zu Mulitplikator*innen ausgebildet werden, und dann in der Lage sind, einen solchen Stadtrundgang zu leiten. Projekttage und Workshops zu den Themen Flucht, Migration und Umwelt gibt es in NRW durch die Multischulung Flucht auch.

Der BUND Baden-Württemberg veranstaltet Naturerlebnistage für Flüchtlingskinder. Während der Nachmittage erleben die Kinder die Natur in der Umgebung, machen Wald-und Wiesenexkursionen, forschen, entdecken, spielen, werkeln und können sich austoben. Gleichzeitig haben sie einen interkulturellen Kontakt und können auch ihre Sprachkenntnisse verbessern.

BUND Sachsens Projekt RefLAct (Refugees Lead Action) in Dresden gibt Schulungen für Menschen mit und ohne Fluchtgeschichte, in denen sie sich mit dringenden Umweltproblemen beschäftigen. Im Laufe eines Jahres wird es bis August 2018 fünf Schulungen mit je einem thematischen Schwerpunkt geben. Die Teilnehmenden werden befähigt, die gelernten Inhalte an Kinder und Jugendliche weiterzugeben. In kleinen Teams planen sie nach der Schulung eigene Umweltbildungsprojekte, die zum Beispiel in Kindergärten, Schulen etc durchgeführt werden können.

Die Jugendorganisation Bund Naturschutz (JBN) in Bayern hat eine eigene Website zu den Themen Flucht, Migration und Integration erstellt, auf der sie ihre Projekte zu diesen Themen vorstellen und viele weitere, interessante Informationen zur Verfügung stellen.

Ist Dein Bundesland nicht mit dabei? Dann kannst Du Dich von den Projekten gerne inspirieren lassen. Vielleicht hast Du ja Lust, selbst mit einer Gruppe ein Projekt zu starten!

Du kannst Geflüchtete in deiner Umgebung auch direkt unterstützen, indem du ihnen zum Beispiel ein WG-Zimmer anbietest oder dich in Flüchtlingsprojekten in deiner Nähe engagieren – eine Übersicht dazu gibt es hier.

Weiterführende Links:

Heinrich Böll Stiftung: Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört
PDF: Oxfam: Auf der Flucht vor dem Klima

Infografik

Die Erstellung der Infografik wird gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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