BUNDjugend  
Flüchtlinge willkommen

Flucht & Migration

2018 waren 70,4 Millionen Menschen auf der Flucht, so viele wie noch nie zuvor. 40,3 Millionen davon sind Binnenflüchtlinge – Menschen, die in ihrem eigenen Land Zuflucht suchen. Geflüchtete verlieren  zusätzlich zu ihrem materiellen Besitz auch ihre Heimat und leiden daher unter einem ständigen Gefühl der Entwurzelung. Noch Jahrzehnte nach der Flucht sind viele von ihnen hin- und hergerissen zwischen Bleiben oder Gehen.

 Fluchtursachen

Eine Zahl von 70 Millionen ist nur schwer zu fassen, das sind ungefähr so viele Menschen wie Großbritannien Einwohner*innen hat. Doch warum macht sich quasi ganz Großbritannien auf einen enorm langen, beschwerlichen und extrem gefährlichen Weg? Kommen die Menschen, weil Krieg herrscht, sie in ihrer Heimat keine Perspektive mehr haben oder welche anderen Gründe gibt es noch?

Krieg ist in der Tat Nummer 1 der Fluchtursachen weltweit. Es folgen politische, ethnische oder religiöse Verfolgung und Diskriminierung.

Weitere häufige Fluchtursachen sind Armut, Terror, Gewalt, schlechte Arbeitsbedingungen, Perspektivlosigkeit, und zerstörte Lebensgrundlagen aufgrund von Naturkatastrophen wie Stürmen, Dürren oder Überschwemmungen.

Fakt ist, die Politik des globalen Nordens (insbesondere auch Deutschlands) und unser  ressourcenaufwendiger Lebensstil sind zu großen Teilen mitverantwortlich für Flucht und Migration:

  • Die Folgen des Klimawandels wie Dürren und Flutkatastrophen zerstören die Lebensgrundlagen in vielen ärmeren Ländern
  • ungerechte Wirtschafts- und Handelsbeziehungen machen eine gleichberechtige wirtschaftliche Teilhabe unmöglich. Die heimischen Arbeiter werden unter sehr schlechten Arbeitsbedingungen beschäftigt und leben in Armut, da die Bezahlung so niedrig ist
  • EU-Subventionen für den Agrarexport zerstören lokale Märkte in Ländern des globalen Südens. So wird den lokalen Fischer*innen wird ihre Einkommensquelle entzogen, und der Landraub durch europäische Firmen vertreibt viele Menschen aus ihrer Heimat.
  • Dazu gehört auch der Abbau von Rohstoffen für den europäischen Markt, der die Umwelt angreift. Die riesigen Flächen,  auf denen der Abbau stattfindet sind unbewohnbar, sodass die Menschen dort vertrieben werden.

Deshalb fordern wir als BUNDjugend

  • Verbesserung der Situation von Geflüchteten und sichere Aufenthaltstitel
  • Sichere Einreisemöglichkeiten für Geflüchtete
  • Schnellen, einfachen, kostenlosen und unbürokratischen Zugang zu Bildung (für junge) Geflüchtete
  • Anerkennung des Klimawandels als Fluchtgrund

Weitergehende Forderungen der BUNDjugend gegenüber Flüchtlings- und Umweltpolitik findest du in unserer Position „Klima kennt keine Grenzen” sowie in unserem Initiativantrag „Kurswechsel Flüchtlingspolitik“.

Was du tun kannst

Die BUNDjugend und der BUND bieten in einigen Bundesländern Projekte mit jungen Geflüchteten an. In Nordrhein-Westfalen z.B. gibt es Stadtrundgänge für Vielfalt und gegen Rassismus. Diese Global Home Tour zeigt, wie das Leben in Deiner Stadt mit Flucht und Migration weltweit verbunden ist. Es werden auch Fortbildungen angeboten, in denen geflüchtete und nicht-geflüchteter junge Menschen zu Mulitplikator*innen ausgebildet werden, und dann in der Lage sind, einen solchen Stadtrundgang zu leiten. Projekttage und Workshops zu den Themen Flucht, Migration und Umwelt gibt es in NRW durch die Multischulung Flucht auch.

Die Jugendorganisation Bund Naturschutz (JBN) in Bayern hat eine eigene Website zu den Themen Flucht, Migration und Integration erstellt, auf der sie ihre Projekte zu diesen Themen vorstellen und viele weitere, interessante Informationen zur Verfügung stellen.

Mit dem Projekt “Locals United” wollen wir junge Menschen zusammenbringen und uns gemeinsam für eine gleichberechtigte und vielfältige Stadt einsetzen. Von Filmabenden, Sprach-Cafés, Demos, Konzerten, Diskussionsrunden oder Flashmobs bis zu Straßentheater – deinen Ideen sind keine Grenzen gesetzt! Im Herbst starten wir “Locals United”-Gruppen in Berlin, Potsdam, Leipzig, Dresden, Kassel, Marburg, Schwerin und Wismar. Du bist herzlich eingeladen!

Ist Dein Bundesland nicht mit dabei? Dann kannst Du Dich von den Projekten gerne inspirieren lassen. Vielleicht hast Du ja Lust, selbst mit einer Gruppe ein Projekt zu starten!

Du kannst Geflüchtete in deiner Umgebung auch direkt unterstützen, indem du ihnen zum Beispiel ein WG-Zimmer anbietest oder dich in Flüchtlingsprojekten in deiner Nähe engagieren – eine Übersicht dazu gibt es hier.

Weiterführende Links:

Heinrich Böll Stiftung: Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört
PDF: Oxfam: Auf der Flucht vor dem Klima

Infografik

Die Erstellung der Infografik wird gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

 

 

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