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…Und raus bist Du?!

Jede sechste Spezies wird aufgrund des Klimawandels aussterben

Und – wer ist als nächstes dran? Mit jedem Grad Erwärmung mehr wird sich das Artensterben infolge des Klimawandels beschleunigen. Selbst wenn wir das Zwei-Grad-Ziel erreichen, wird sich die Rate des Artensterbens noch fast verdoppeln. Der Biologe Mark Urban von der Universität Connecticut kommt in seiner Publikation im Fachmagazin Science 131 sogar zu dem bedrückenden Fazit, dass jede sechste Art aussterben wird, wenn die Erderwärmung weiter in diesem Tempo voranschreitet.

BiologischeVielfalt_kleinDas Aussterben einer Art zieht immer eine Reihe weiterer Folgen nach sich, weil jede Art eine spezielle Funktion in ihrem Ökosystem übernimmt. Stribt eine Art aus, hat das Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem – und letztlich auch auf uns Menschen: Nahrung, Wasser und Medizin hängen unmittelbar von einem gesunden Ökosystem ab.

Eine Schlüsselrolle kommt der Landwirtschaft zu: Sie ist weltweit für ein Drittel der klimaschädlichen Gase verantwortlich, zugleich raubt die industrielle Landwirtschaft Tier- und Pflanzenarten den Lebensraum und bedroht die Vielfalt der Anbaupflanzen und Nutztiere. Dabei schaden Dünger, Pestizide und Monokulturen nicht nur der biologischen Vielfalt, sondern auch Milliarden Menschen, die weltweit akut an Hunger leiden. Fatalerweise werden die Regionen, die jetzt bereits von Hunger und Durst geplagt sind, künftig auch noch am meisten unter den Folgen des Klimawandels leiden. Um die biologische Vielfalt zu erhalten und zugleich den weltweiten Hunger zu bekämpfen, bedarf es nicht nur Naturschutzreservaten, sondern auch einer solidarischen, ökologischen Landwirtschaft. Eine nachhaltige Produktion hängt auch von der biologischen Vielfalt auf dem Acker ab.

Was kannst du tun?

Um etwas an der prekären Lage zu ändern, muss sich die Politik verändern! Es lohnt sich für eine gerechtere Welt und für Klimaschutz auf die Straße zu gehen, z. B. im Dezember in Paris bei den nächsten UN-Klimaverhandlungen oder zur nächsten Wir haben es satt Demo in Berlin. Aber auch privat kannst du etwas tun: Schau dich doch mal bei unseren Klimaexperimenten um und ernähre dich vorwiegend regional, saisonal und mit weniger tierischen Produkten.

Hintergrund

Seit 2001 wird der 22. Mai als Internationaler Tag der biologischen Vielfalt gefeiert. Er erinnert an den 22. Mai 1992, an dem der Text des Übereinkommens

International day for biological diversityüber die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) offiziell angenommen wurde. Die Vereinten Nationen haben Ende 2000 den Tag vom 29. Dezember, dem Tag, an dem 1993 die Konvention in Kraft trat, in den Mai verlegt. Die Ziele der Konvention sind die Erhaltung der biologischen Vielfalt, die nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile sowie die ausgewogene und gerechte Aufteilung der sich aus der Nutzung der genetischen Ressourcen ergebenden Vorteile.

Jedes Jahr steht der Internationale Tag der biologischen Vielfalt unter einem anderen Thema. 2015 lautet das Motto „Biodiversität für nachhaltige Entwicklung“ und setzt sich mit den Herausforderungen der Post 2015-Agenda auseinander. Mehr dazu erfährst du hier: https://www.cbd.int/idb/2015/

Infografik

Die Erstellung der Infografik wird gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.