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Extraktivismus

Extraktivismus bezeichnet verschiedene Wirtschaftsformen, die maßgeblich auf der Ausbeutung externer natürlicher und menschlicher Ressourcen (z. B. Metalle, seltene Erden, Arbeitskraft) zum Aufbau von Vermögen beruhen. Dabei werden ungleiche Machtverhältnisse für die Aneignung und den Abbau sowie Abtransport lokaler Rohstoffe genutzt, um andernorts wirtschaftlichen Nutzen zu ermöglichen und das Gesamtkapital zu erhöhen. Die Ausbeutung besteht darin, dass der bewirtschaftete Ort nicht langfristig erhalten oder regeneriert werden kann. Stattdessen werden Ressourcen über das Maß ihrer natürlichen Regenerationsfähigkeit hinaus genutzt. Sobald die Erträge zurückgehen oder die Ressourcen erschöpft sind, wird häufig eine neue Region erschlossen, in der sich derselbe Prozess wiederholt.
Historisch ging dies oft mit der Anwendung von Gewalt gegenüber der lokalen Bevölkerung einher, die selbst nicht oder nicht in angemessenem Verhältnis von der Ausbeutung ihrer eigenen Umgebung profitierte. Im Gegenteil: Es entstanden Abhängigkeiten, die die Bevölkerung nach der Erschöpfung der Rohstoffquelle mit den Folgen allein zurückließen.
Extraktivismus kann dabei in verschiedene Unterformen unterschieden werden: Neben dem klassischen Extraktivismus, der sich vor allem auf die Förderung von Mineralien, Metallen sowie Erdöl und Kohle bezieht, findet sich heute auch eine „grüne“ Form, die solche Land- und Ressourcenaneignungen meint, die unter dem Vorwand des Klima- oder Umweltschutzes erfolgen. Dabei werden vor allem im Globalen Süden große Flächen für Solar- und Windparks, den Anbau von Biomasse oder für Kohlenstoffkompensationsprojekte in
Anspruch genommen. Die wirtschaftlichen Vorteile kommen auch dabei nicht den lokalen Gemeinschaften zugute, sondern externen Akteur*innen.