Landraub / Landgrabbing / Green Grabbing
Unter Landgrabbing wird der Erwerb von großen Agrarflächen von internationalen Agrarkonzernen, staatlichen Akteur*innen und privaten Investor*innen verstanden, der durch langfristige Pacht- oder Kaufverträge ermöglicht wird. Mit dem Begriff soll auf die negativen Folgen für Bewohner*innen der betroffenen Flächen aufmerksam gemacht werden. Oftmals stehen mit dem Landerwerb die Zerstörung von Existenzgrundlagen von Kleinbäuer*innen sowie ein starker schädlicher Eingriff in die Umwelt in Verbindung.
Landgrabbing wird mittlerweile auch für betroffene Flächen durch Tourismus, Forstwirtschaft und Bergbau genutzt.
Im Sonderfall des Green Grabbings passiert diese Landaneignung mit dem Vorwand des Natur- oder Klimaschutzes: Flächen – vor allem im Globalen Süden – werden dabei angeeignet, um Emissionen zu reduzieren oder wieder einzufangen, und „Natur“ oder Biodiversität zu schützen. Green Grabbing wird auch in Plänen von großskaligen technischen CO2-Entnahmeanlagen oder der Energieproduktion (Windkraft in Mexiko und Griechenland, Solaranlagen in Marokko und Indien) diskutiert, deren Anlagen in nicht-westlichen Weltregionen aufgestellt werden sollen, obwohl diese Regionen nicht für den Großteil der Emissionen verantwortlich sind.