So verlief das „Wir haben es satt!“-Wochenende 2026
Auch die diesjährige WHES-Demo war wieder bunt und laut!
Wie jeden Januar stand auch diesen Januar wieder die alljährliche „Wir haben es satt!“-Demonstration an, zu dem ein Bündnis aus Naturschutz- und Jugendorganisationen sowie Bäuer*innen aufgerufen haben. Dieses Jahr lautete das Motto „Haltung zeigen“. Auch die BUNDjugend war wie immer inklusive eigenem Aktionswochenende dabei. Wieso die Forderung nach einer zukunftsfähigen Landwirtschaft aktueller denn je ist, welche Themen im Mittelpunkt standen und wie das „Wir haben es satt!“-Wochenende ablief erfahrt ihr hier.
Für die meisten der über hundert angereisten BUNDjugend-Teilnehmer*innen begann das WHES-Wochenende schon am Freitag mit der sogenannten „Schnippeldisco“ im Z/KU. Zu verschiedenen DJ-Sets wurde dort getanzt und geschnippelt, gekocht und gegessen. Die gemeinsam gekochte Suppe verteilten Freiwillige am nächsten Tag auf der Demonstration.
Das Aktionswochenende der BUNDjugend, das im Rahmen unseres Projektes „Systeme umpflügen – reboot food!“ ermöglicht wird, fand dieses Jahr zum zweiten Mal im Kreuzberger „bUm – Raum für solidarisches Miteinander“ statt. Auch dort ging es am Freitagabend langsam los und die ersten Teilnehmenden trafen nach und nach ein. Vertreten waren sowohl Aktive als auch Hauptamtliche und FÖJis aus zahlreichen Landesverbänden, von der bayrischen BUNDjugend bis hin zu Teilnehmenden aus Thüringen oder Hessen. Nach einem gemeinsamen Abendessen wurden gemeinsam Schilder mit passenden Sprüchen bemalt und die Schlaflager im bUm eingerichtet.

Am Samstag durften sich die Teilnehmenden anschließend morgens – aus einem Sortiment an Kühen, Schweinen, Hühnern, Maiskolben und vielem mehr – Kostüme aussuchen, die später für einen bunten BUNDjugend-Block auf der Demonstration sorgen sollten. Die BUNDjugend stellt sich klar gegen rechte und rechtsextremistische Einflussnahme – allgemein sowie im Bereich des Umwelt- und Naturschutz, der immer wieder von rechten Akteuren für ihre menschenfeindlichen Ideologien missbraucht wird. Dementsprechend trug das diesjährige BUNDjugend-Banner die Aufschrift „Braune Rüben unterpflügen“. Zusätzlich ausgestattet mit BUNDjugend-Fahnen und den selbst bemalten Schildern wurde sich daraufhin auf den Weg zum Brandenburger Tor gemacht.
Organisationen mit Infoständen, mehrere tausend Menschen sowie zahlreiche Traktoren versammelten sich dort am Samstagmittag, um eine gemeinwohlorientierte und zukunftsfähige Landwirtschaft zu fordern. Und obwohl die WHES bereits zum 16. Mal stattfand, sind ihre Anliegen und Themen aktueller denn je: Vor allem die Existenz kleinerer landwirtschaftlicher Betriebe ist zunehmend bedroht. Die Lebensmittelpreise steigen weiterhin an, dennoch landen die zusätzlichen Gewinne bei einigen wenigen Großkonzernen anstatt bei den Landwirt*innen. Umwelt- und Tierschutz müssen hinter Lobbyinteressen zurückstehen. Auch das kürzlich geschlossene Abkommen zwischen der EU und den südamerikanischen Mercosur-Staaten, das den Preisdruck für Landwirt*innen voraussichtlich weiter erhöhen wird, stand im Mittelpunkt der Redebeiträge und Forderungen auf der Demonstration.
„Es macht immer wieder Hoffnung zu sehen, dass man mit seinen Sorgen nicht alleine ist und so viele Menschen ähnlich über die momentane Lage denken“, erklärt ein Teilnehmer.
2026 ist das internationale Jahr der Frauen in der Landwirtschaft – auf den Kundgebungen sprachen deshalb ausschließlich FLINTA*-Personen. Unter den Redner*innen war z.B. Hannah Käsbach, die gerade ihr FÖJ bei der BUNDJugend NRW macht.
Nach der Auftaktkundgebung setzte sich der Demozug schließlich in Bewegung. Zu Musik und Sprüchen wie „Kein Gott, kein Staat, kein Fleischsalat!“ oder „Zicke Zacke Hühnerkacke“ liefen die Demonstrant*innen Richtung Unter den Linden und wieder zurück zur Abschlusskundgebung.
Wer nach der Demonstration noch Lust dazu hatte, konnte das „Fest der Agrarwende“ in der Heinrich-Böll-Stiftung mit verschiedenen Talks und Workshops landwirtschaftlicher Organisationen besuchen. Auch im bUm stand weiteres BUNDjugend-Programm in Form mehrerer Workshops an: Neben dem Format „Werde Stammtischkämpfer*in“, das Strategien zum Umgang mit rechten Parolen vermittelte, und einem Workshop zu Erfahrungen aus einer Agrarkooperative, gab es ein kreatives Angebot der BUNDJugend Bayern, bei dem vegane Wachstücher selbst hergestellt wurden. Der Rest des Abends wurde mit Spielen und Quatschen verbracht. „Neben der Demonstration selbst war gerade die freie Zeit, in der man BUNDjugend-Menschen aus den anderen Landesverbänden kennenlernen konnte, ein Highlight des Wochenendes für mich“, fasst eine Teilnehmerin das Wochenende zusammen.

Nach einem abschließenden Frühstück und Plenum war das Wochenende dann auch schon wieder vorbei und die Teilnehmenden mussten sich voneinander verabschieden. Ein baldiges Wiedersehen ist jedoch sicher, denn die nächste BUNDJugend-Veranstaltung ist schließlich meist nicht weit entfernt!
Das Wochenende wurde vom Arbeitskreis Landwirtschaft mit der Unterstützung aus der Bundesgeschäftsstelle organisiert. Vielen Dank an alle, die mit ihrer Zeit, ihren guten Ideen und starken Nerven eine tolle WHES ermöglicht haben!
Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr!